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Bodhi Trees mit "Impossible Bottle": Magie eines Moments

15.05.08 16:00
Kategorie: Presse
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Es war im vergangenen Sommer. Damals, als sie genervt waren von der Schule, vom Alltag. Da spielte Jonas ein Riff auf der Gitarre. So ein Akkord, der bei allen vier gleich hängen blieb. Einer, dem sie sofort anhörten: Der hat Potenzial. Der trifft, wie sie sich gerade fühlen.

Erst später hatte der Song, der aus diesem Riff entstand, einen Titel. „Impossible Bottle“ – der englische Begriff für ein Flaschenschiff. Das perfekte Bild für das Gefühl, das Aljoscha, Jonas, Volker und Ivan an diesem Sommertag teilten. „Das, in das man hereingeboren wird, kann einen sehr einschränken.“ Eine geistreiche Erkenntnis, gebündelt in einem Appell. „At the end of life you’ll got your goal. You will know how to grow without the flow“ heißt es darin. Irgendwann landet man seinen Treffer. Dann ist es vorbei damit, ein Teil der Masse zu sein.
Mit „Impossible Bottle“ hat sich den Jungs bestätigt, was sie zuvor schon über sich wussten: Hinsetzen und sich vornehmen Songs zu schreiben, das funktioniert nicht. „So ein Lied entsteht durch den Moment“, sagt Schlagzeuger Volker.
Man könnte meinen, Bodhi Trees sind eine klassische Garagenband. Sie proben in einem kleinen Gebäude mit niedriger Decke. Gitarrist Jonas stößt sich beinahe den Kopf. Aber: Das sind sie nicht. Bodhi Trees proben sogar in einem ehemaligen Schweinestall. Gleich nebenan wohnt Sänger Aljoscha mit seiner Familie. Mitten in der Lengericher Idylle. Umgeben von unzähligen Bäumen. Doch nicht diese Bäume standen Pate für den Bandnamen, sondern ein ganz bestimmter: der Baum der Erleuchtung. Jener Baum, unter dem Buddha seine Erkenntnisse hatte.

Nicht von ungefähr der ideale Name für die vier Jungs. Sie wollen Songs mit Intention, mit Aussage machen. Und das gelingt ihnen immer besser. Mit 14 taten sich Aljoscha, Schlagzeuger Volker und Bassist Ivan zusammen und coverten Songs. Sie probierten sich an deutschen Texten aus, aber auch das war nichts. Doch dann war es da, das Selbstbewusstsein, englische Songs zu spielen.
Zehn eigene Stücke haben sie inzwischen drauf. In denen spiegelt sich, dass die Jungs nicht nur The Kooks und die Beatsteaks hören, auch wenn die Festival-Tour zum letzten „Rock am Ring“ für sie eine Initialzündung war. „Wir haben total viele Einflüsse“, sagt Aljoscha und zählt neben klassischem Rock auch Jazz und Klassik auf. Inzwischen sehen sie, dass es läuft. Sie haben Contests gewonnen – unter anderem beim Lenz-Hafenfest-Voting – und eine Reihe von Konzerten vor der Brust. Wohin wollen sie? „Was wir wollen? Dass wir nie unser Ziel erreichen“, erklärt Aljoscha. Da sind Bodhi Trees auf einem guten Weg.

VON MICHAELA TÖNS


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